Renault Talisman – Die ersten 4000 km

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So, der Talisman wurde mittlerweile am 21. Oktober 2016 geliefert und ich hatte nun mehr als einen Monat Zeit mir bei knapp 4000km einen ganz guten Ersteindruck zu bilden. Ich könnte gefühlt Stunden/Seitenweise schreiben, ich versuche jedoch vorerst aufs nötigste zu reduzieren.

Der Ersteindruck

Als ich „meinen“ Talisman das erste mal sah war ich platt. Das Perlmutt-Weiß war genau die richtige Farbwahl, vor allem zusammen mit dem Leder im Innenraum, dass im unteren Bereich schwarz und im oberen Bereich hellgrau gehalten ist, wirkt das Auto wahnsinnig edel. Das nächste was dann kam war: Ganz schön groß, dass könnte in Tiefgaragen etc. sehr „spaßig“ werden.

Blickt man dann in den Innenraum weiß man, dass es Renault mit dem Angriff auf die Mittelklasse, ernst meint. Wo man hin sieht wirkt die Verarbeitung extrem Edel, alles hat seinen Platz und wirkt aufgeräumt. Genau so hatte ich mir das gewünscht, hier verbringt man gerne 2-3 Stunden pro Tag.

Nach einer doch recht ausführlichen Einweisung durch den Verkäufer ging es dann endlich los. Diesel fahren war ich gewohnt, allerdings bin ich gefühlt ein halbes Jahrhundert keine Automatik mehr gefahren, zudem hat das Auto ja doch einiges an Leistung weniger als der Vorgänger. Ich war gespannt.

Das erste „Aha-Erlebniss“ hatte ich auf dem extrem engen Gelände des Autohauses. Durch seine Größe, hat man interessanterweise deutlich mehr Überblick, über das Fahrzeug und was um das Fahrzeug herum so los ist, was auf den ersten Blick doch ganz anders wirkt. Neben der Übersichtlichkeit ist jedoch etwas anderes mehr als überraschend gewesen: Die Agilität. Hier punktet die Hinterradladenkung – genannt 4-Control – die den gut 4,9m langen Talisman beim Rangieren eher einem Kleinwagen ähnlich werden lässt.
Nach einigem rangieren war ich dann endlich auf der offenen Straße und konnte erleben, was der Diesel mit seinen zwei Turboladern so mit den 1,6 Tonnen des Fahrzeugs macht und auch hier, ein breites Grinsen. Der Talisman tritt einem zwar nicht ins Kreuz, jedoch beschleunigt er kontinuierlich vernünftig nach vorne ganz so wie es sich gehört.

Das Fahren

Wo wir gerade schon so schön dabei sind, kommen wir doch direkt zum Fahren. Ich muss zugeben, verglichen mit vielen anderen Autos ist es im Talisman eher ein Reisen als ein Fahren. Vieles geht so spielend einfach, dass man manchmal das Gefühl hat, dass Auto tut den Großteil der Arbeit. Spätestens wenn man mehrere Kilometer mit dem adaptiven Tempopiloten auf der Autobahn unterwegs war, weiß man was ich meine. Er hält Abstand, bremst und beschleunigt von alleine und unterstützt den Fahrer so enorm. Allerdings muss man sich das erst etwas angewöhnen, denn wo man sonst etwas Ermessensspielraum hat, agiert der Tempopilot sofort. Will man also kein ständiges Bremsen und Beschleunigen, muss man etwas vorrausschauender fahren. Hat man sich das jedoch angewöhnt, ist es einfach nur traumhaft.

Was dem „Reisefeeling“ weiterhin beiträgt ist das Fahrwerk in Kombination mit der Dämmung des Autos. Renault hat hier einen tollen Kompromiss zwischen Rückmeldung der Straße/ der Umgebung und Komfort gefunden. Man bekommt genug von der Straße und den Umgebungsgeräuschen mit, jedoch nur genau so viel wie notwendig und nicht mehr. Äußersts angenehm.

Durch die Funktion „Multisense“ hat man die Möglichkeit sich 5 verschiedene Fahrmodi zu konfigurieren. Diese beeinflussen neben dem Getriebe, dem Motor, der Lenkung und der Fahrwerksabstimmung, auch Dinge wie die Innenraumbeleuchtung oder die Lüftung. Hier muss ich sagen merkt man zwar deutlich einen Unterschied zwischen Komfort und beispielsweise Sport, allerdings kommen bei mir im Alltag eigentlich nur noch ECO oder wenn es mal zu kühl ist mein personalisierter Modus zum Einsatz, der sich von Eco auch nur durch die Temperatureinstellungen unterscheidet, da ECO für meine Bedürfnisse im Winter einfach nicht genug Heizungsleistung bringt.

Der Innenraum

Es ist einfach schön. Schön sich auf die extrem gut einstellbaren Ledersitze fallen zu lassen, sich zurückzulehnen und die Fahrt anzutreten. Es knarzt nichts, es fasst sich alles gut an, es gibt eigentlich nichts zu meckern. Gut, hin und wieder fehlen mir Ablagemöglichkeiten, aber daran gewöhnt man sich doch relativ schnell. Die Umgebungsbeleuchtung rundet das Gesamtbild ab.

Was ich äußersts angenehm finde, sind die elektrisch verstellbaren Sitze des Fahrers und des Beifahrers mit Memoryeffekt. Es ist schön, auf einen Knopfdruck seine Sitzeinstellungen zu erhalten und zudem auch angenehm wenn man von seinem eigenen Sitz aus den Beifahrersitz verstellen kann. Auch ein kleines, aber dennoch feines Feature: Stopt man den Motor und öffnet man die Fahrertür, so fährt der Sitz 5 cm zurück und erleichtert einem so das Aussteigen und später natürlich auch wieder das Einsteigen.

Das Info/Entertainment

Meine größten Bedenken hatte ich, was die Bedienung angeht. Renault hatte es sich offensichtlich zum Ziel gemacht, möglichst keine Knöpfe im Innenraum zu haben. Das ist Ihnen auch gelungen, aber Touchscreenbedienung während der Fahrt? Kann das klappen? Ja, es geht! Man muss sich zwar erstmal darauf einlassen, aber bereits nach kurzer Zeit findet man alles genauso „blind“ wie vorher, also keine wirkliche Ablenkung, auch während der fahrt.

Etwas Einarbeitung braucht es aber dennoch, denn was Renault mit dem R-Link2 ausliefert, macht etwas mehr als nur ein Navigationssystem. Über den 8,7“ Touchscreen steuert man sämtliche Funktionen des Fahrzeugs und muss sich daher durch einige Ebenen an Menüs und Funktionen kämpfen, bis man mal einen Überblick hat. Anfangs war ich schlichtweg überfordert, nachdem ich mich dann aber mal 30 Minuten in der Garage damit beschäftigt habe war es kein wirkliches Problem mehr.

Mängel

Dennoch, ein paar Kleinigkeiten sollten gesagt werden die nicht ganz so schön sind. Hierzu zählt vor allem das Tankvolumen. Angegeben mit 47l ist bereits nach 40l mit der Reservelampe zu rechnen. Das ist etwas schade, denn trotz niedrigem Verbrauch kommt man so nur 750-800 km weit, was für diese Klasse doch etwas wenig ist. Daneben gibt es, sofern man Musik von der CD abspielt, immer wieder Rückkopplungen vom Handy zu hören. Diese Zeiten sollten doch eigentlich rum sein, oder?

Mein Fazit

Der Talisman war die absolut richtige Entscheidung. Mit einem errechneten (Der Boardcomputer beschönigt nämlich doch um 0,1-0,4l/100 km) Verbrauch von 5,8l auf 100 km ist er ein perfekter Begleiter, für Leute die viel unterwegs sind und viel Zeit im Auto verbringen.

Ich werde demnächst noch weiter schreiben und auf die einzelnen Dinge eingehen, also ruhig immer mal wieder vorbei sehen.

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Renault Talisman – Warum eigentlich?

Bisher fuhr ich einen wirklich sehr angenehm zu fahrenden Renault Megan 3 Grandtour GT 190Tce. Hinter dieser ellenlangen Bezeichnung versteckt sich im Endeffekt ein sportlich abgestimmter Kombi, den serienmässig 190PS aus einem 2,0l Turbobenziner vorwärts bewegen. Der „kleine“ Blaue bewegte uns nun 3 Jahre und gut 65 000 km vorwärts ohne je wirkliche Macken zu machen.

Warum steht dann da nun fuhr? Ganz einfach, bedingt durch meinen Jobwechsel wars aus mit dem Turbobenziner, denn bei nun gut 60 000 km im Jahr musste dann doch etwas sparsameres her.

Schnell war grob klar was der Neue unbedingt haben sollte:

  • Vernünftiger Dieselmotor
  • Automatikgetriebe
  • Xenon oder LED Scheinwerfer
  • Kombi
  • Wenn möglich adaptiver Tempomat
  • Wenn möglich Spurwarner/ Spurhalteassistent

Man sollte meinen, dass das gar nicht so viele Anforderungen sind, allerdings wird es doch recht schnell schwierig, denn einen  vernünftigen Dieselmotor in Zusammenhang mit einem Automatikgetriebe zu bekommen ist leider gar nicht mehr so einfach.

Aber gut, was heißt denn nun eigentlich wieder vernünftig? Ganz einfach: Erstmal flogen eigentlich alle Motoren aus dem VAG Konzern raus. Klar Dieselgate und co. war vor allem ein Marketingdesaster, allerdings muss ich dennoch sagen: Nachdem immer noch nicht so ganz sicher ist was denn nun mit den Motoren passiert und welche Änderungen es gibt, ist mir das einfach zu unsicher.
Weiter im Text: Volumen vs. Downsizing. Downsizing, also das Motorvolumen so klein wie möglich zu halten und die Leistung durch Ladedruck zu erreichen, ist der aktuelle Trend, um die Schadstoffrichtlinien einzuhalten. Klingt eigentlich gar nicht so verkehrt, allerdings dreht ein Motor mit 140 PS und 2L bei einer Geschwindigkeit von 130km/h sicherlich deutlich niedriger als es ein 140PS 1,4L machen muss. Höhere Drehzahl bringt leider automatisch höheren Verschleiss mit sich, in meinen Augen muss man hier einfach einen vernünftigen Kompromiss finden.

Kombiniert man den Fakt das ich hier ein vernünftiges Verhältnis möchte, mit dem Wunsch eines Automatikgetriebes kann man leider schonmal die meisten Kompakt/Golfklasse Fahrzeuge vergessen. Daher ging der Weg schnell in Richtung Mittelklasse.

Nach etlichem hin und her, Vergleich von BMW, Skoda, Seat, Citroen, Audi und Renault, blieb ich letztlich bei altbewährter Marke hängen.

Ausschlaggebend hierfür war vor allem das Preis-/ Leistungsverhältnis, zudem gefällt mir das Design, das zwar nicht heraussticht, sich aber dennoch von der breiten Masse absetzt.

Der Talisman erfüllte alle Anforderungen, die ich hatte. In der dann letztendlich gewählten Ausstattungsvariante Initiale Paris sogar noch etwas mehr. Das einzige was mir nicht gefallen hat, ist die Farbauswahl. Denn wo Renault sonst Stärken durch wirklich tolle Farben hat, wird hier auf ganzer Linie versagt, einzig gedeckte Farben sind erhältlich. Nunja, dann wirds halt doch mal ein weißes Auto.

 

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